Tierheim in Polen vor dem Aus

In den letzten fünf Jahren haben wir das Tierheim Krzesimów unterstützt und in der Zeit zahlreiche Hunde nach Deutschland vermittelt. Jetzt muss das Tierheim geschlossen werden, weil der Pachtvertrag für das Grundstück nicht verlängert wurde. Wer hilft uns so viele Tiere wie möglich nach Deutschland zu holen?

Tierheime sind traurige Orte. Die Tierschützer wissen, wie viele tierische Tragödien sich dort abspielen – die meisten davon werden durch die menschlichen Schwächen und deren Versagen verursacht. Viel mehr als in Deutschland betrifft das die Tierheime im Ausland, wo das Wort „Heim“ längst eine besonders traurige Bedeutung hat. Die meisten Tierheime sind dort hoffnungslos überfüllt, oft mangelt es am geeigneten Hundefutter, eine elementare tierärztliche Versorgung ist keine Selbstverständlichkeit, etc., etc. - so sieht der Alltag aus. Und über all die Jahre hat man immer wieder dieselbe Erkenntnis, dass kein nennenswerter Wandel in der menschlichen Mentalität und der Einstellung den Tieren gegenüber in Sicht ist!

In Deutschland hat man die Probleme mit in Not geratenen Tieren ziemlich gut im Griff. Deswegen versuchen viele deutsche Tierschützer eigene Erfahrungen und Energie über die Grenze hinaus einzusetzen. So wurde auch vor fast zehn Jahren das Polenprojekt vom TSV-Neuss ins Leben gerufen. In aller erster Linie leisten wir Hilfe zur Selbsthilfe, wir machen den polnischen Tierschutzkollegen Mut, bringen viele Ideen mit, organisieren Sach- und Geldspenden und Vieles mehr.

Aber auch – und das ist für uns selbstverständlich - betreuen und helfen wir bei konkreten Notfällen, um das Schicksal der besonders betroffenen Tiere zu verändern. In den letzten fünf Jahren haben wir das Tierheim Krzesimów unterstützt. Es liegt in einer ziemlich vergessenen Ecke im Südosten Polens. Tief im Wald, wo der unbefestigte Weg schwer zu finden ist, wo sich wenige trauen überhaupt hinzufahren. Dort ist man wirklich sehr abseits platziert. Hinzu kommt, dass das Tierheim an diesem Platz immer nur geduldet und sogar unerwünscht war und es immer noch ist.

Trotzdem hat dieses Tierheim die Probleme mit herrenlosen Hunden aus benachbarten Gemeinden so gut es geht geregelt. Die TH-Leitung hat immer um ihre Schützlinge gekämpft und in deren Interesse gehandelt. Auch, wenn jeder Einzelplatz mit 4 Hunden belegt werden musste. Am Jahresanfang haben sie aber von einer folgenschweren Entscheidung erfahren: Das Tierheim befindet sich auf einem Forstamtsgrundstück und die Pacht wird nicht mehr verlängert. Das Grundstück muss bis Ende März 2018 geräumt werden. Ein alternatives Grundstück wurde nicht angeboten, daher bedeutet es ein definitives Ende für diese Einrichtung.

In Folge dessen haben bereits die meisten Gemeinden nach und nach ihre Verträge gekündigt. Das heißt, es werden keine vertraglichen Gelder und Zuschüsse mehr bezahlt - auch wenn sie ohnehin nicht kostendeckend waren. Die Anzahl der Mitarbeiter musste reduziert werden, es sind nur noch 3 Arbeitskräfte die dort stundenweise knapp 320 (Stand Oktober 2017) Hunde versorgen. Futter muss in absolut eigener Initiative organisiert werden und teilweise bei Spendern erbettelt werden. Die Kosten der tiermedizinischen Versorgung verursachen Schuldenberge – um diese Abzubauen hofft man nur noch auf ein Wunder.

Und was passiert mit den Hunden? Da gibt es keine brauchbare Lösung. Die Gemeinden haben sich zwar erst vor der Verantwortung gedrückt, aber der von den lokalen Tierschützern ausgeübte Druck hat zuerst scheinbar gewirkt. Und so haben die Gemeinden, um das Problem loszuwerden, eine landesweite Ausschreibung für die Unterbringung dieser Tiere gestartet. Den Zuschlag bekam natürlich der günstigste Anbieter. Aber dort, in einem 500 km entfernten Tierheim, das selbst mit ca. 2.000 Hunden belegt ist, ist definitiv kein optimaler Platz. Dort finden kaum Kastrationen statt und bei der Zuweisung der Hunde in die Zwinger wird selten auf Größe, Geschlecht oder Verträglichkeit geachtet.

Ich war in den Sommerferien im Tierheim Krzesimów. Mit der Tierheimleiterin und einer der ehrenamtlichen Unterstützerinnen habe ich lange gesprochen, habe mir – nicht zum ersten Mal – das Tierheim angesehen und wurde mit der dort herrschenden erdrückenden Atmosphäre konfrontiert. Überfüllt mit Sorgen und Machtlosigkeit haben sie mir ihre Tiere vorgestellt. Wir gingen von einer zur anderen Box, zu jedem Hund gab es eine Geschichte… und immer wieder ein Blick in meine Richtung, mit der Hoffnung, dass ich das Schicksal DIESES Tieres ändern kann, das ich helfen kann! Den Spruch - „man kann nicht alle retten“ - kennt jeder, aber den brauchen wir hier gar nicht. Wir haben noch einige Monate Zeit. Wir krempeln die Ärmel hoch und versuchen so viele Hunde wie möglich - mithilfe der deutschen Tierschutzvereine und Tierheime - vernünftig unterzubringen auf dem Weg in ein gutes Zuhause.

Und Sie können uns auch helfen:

  • mit einer Spende,

  • oder, wenn Sie bereit sind einen Hund auf kurze oder längere Zeit als Pflegestelle aufzunehmen,

  • oder, wenn Sie ohnehin einen tierischen Lebensbegleiter suchen und vor Hunden „mit Vergangenheit“ nicht zurückschrecken, einen Hund zu adoptieren,

  • oder wenn Sie schlicht in Ihrem Familien- und Bekanntenkreis über unser Vorhaben erzählen!

Wurde Ihr Interesse oder Neugier geweckt? Kontaktieren Sie mich!

Polenprojektleiterin

Dorota Hannak

Mail: dorota.hannak@tsv-neuss.de

Mobil: +49 177 746 9712

Web: http://www.tsv-neuss.de/polen

FB: https://www.facebook.com/dorota.tundra.7

Wenn Sie Spenden möchten, schreiben Sie bitte bei der Überweisung auf das TSV-Konto „Polenprojekt“ als Verwendungszweck.

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