Vom Straßen- zum Therapiehund

Jette ist im Februar aus dem Tierheim in Spanien nach Deutschland gekommen. Er hat sich schnell eingelebt und sein Leben auf der Straße und im Zwinger des Tierheims vergessen. Als Therapiehund hilft er Kindern, denen es nicht so gut geht.

Hallo! Endlich komme ich mal dazu, euch zu schreiben. Ich bin nämlich immer ganz schön beschäftigt. Aber der Reihe nach...

Als ich noch im Tierheim im Spanien gelebt habe, nannte man mich Sascha. Ich habe aber schnell verstanden, dass ich nun Jette heiße. Okay okay, wenn ein Hase vorbei läuft oder etwas anderes Spannendes passiert, vergesse ich das vielleicht schon mal. Aber meine Güte, kann halt schon mal vorkommen. Bin ja schließlich ein Deutsch Kurzhaar und somit ein waschechter Jagdhund.

Seit Februar 2017 bin ich nun in Deutschland. Ich lebe bei einer netten Familie zusammen mit meiner Weimaraner Freundin Jonca. Das passt wie A.... auf Eimer. Wir verstehen uns super. Am Anfang hatte ich noch Angst vor ihr. Mit der Zeit habe ich aber gemerkt, dass sie mir nichts tut, und nun gehen wir gemeinsam durchs Leben.

In meiner Freizeit liebe ich es zu schwimmen, im Wald spazieren zu gehen, und ich helfe Frauchen bei der Gartenarbeit (ich kann gaaanz tolle Löcher buddeln). Viel Zeit zum Chillen bleibt aber nicht, ich hab ja schließlich nen Job. Jaaa, richtig gehört!!! Jonca und ich sind Therapiehelfer und unterstützen unser Frauchen bei der Arbeit. Sie ist so ne Psychotante - dafür aber trotzdem ganz nett. Zu uns kommen jeden Tag Kinder und Jugendliche, denen es nicht so gut geht.

Ich war übrigens auch schon ihre Patientin. Als ich nach Deutschland kam, war ich noch sehr unsicher, weil ich so vieles nicht kannte. Ich wollte z.B. nicht über glänzende Fliesen laufen, die Treppen waren mir nicht ganz geheuer, und Aufzug fahren fand ich auch total doof. Wir haben das dann alles geübt und was soll ich sagen – jetzt renne ich über die Fliesen und mach noch nen doppelten Flick Flack. Treppen? – pff, kein Problem! Und beim Aufzug fahren kann ich es kaum erwarten, dass es endlich los geht. Sie scheint ihren Job also ganz gut zu machen. Trotzdem kann sie echt froh sein, dass sie mich jetzt in ihrem Team hat.

Jeden Morgen geht’s also in die Praxis. Der Weg da hin ist schon super, Autofahren macht mir nämlich großen Spaß. Durch meine ruhige Art finde ich schnell Kontakt zu den Menschen, die zu uns kommen. Selbst Kinder, die Hunden gegenüber unsicher und ängstlich sind, verlieren schnell ihre Scheu, weil ich einfach so lieb bin. Ich bleibe ruhig stehen, so dass die Kinder mich erst mal ganz in Ruhe beobachten und dann anfassen können.