Zu Besuch bei spanischen Tierheimen


Seit etwa 3 Jahren arbeiten wir mit drei tollen Tierschutz-Vereinen in Spanien zusammen, die alle mit großem Herz helfen - natürlich ehrenamtlich. Am 24. April dieses Jahres haben wir uns zu unserer jährlichen Spanientour auf den Weg gemacht,

um sie zu besuchen.



Wir sind gut angekommen bei der ersten Station auf unserer Spanientour bei Progat Ampuria. Fast keinen Stau und jede Art Wetter war dabei. Wir wollten eigentlich Hunde und Katzen besuchen und kennenlernen, aber der Tag verging einfach so schnell, dass wir nur bei den Hunden waren und anschließend in einer Pension, in die Fund-und Abgabehunde aus der Gemeinde hinkommen. Progat Ampuria hilft dort bei der Vermittlung der Hunde.




Am Tag unserer Ankunft wurde eine Hündin gefunden, sie lag vor einem Supermarkt und war völlig abgemagert. Der ganze Körper voller Rötungen und Juckreiz. Kunden warfen ihr was vom Einkauf hin zum Fressen. Silke von Progat Ampuria bat eine Freundin von der Pension die Hündin zu sich zu nehmen und sie aufzupäppeln. Die Hündin hat zwar einen Besitzer, aber kümmert sich nicht um den Hund. Er hat noch genug davon, außerdem kostet das Päppeln Geld.


In den Pflegestellen von Progat Ampuria leben einige Dauergäste, die wir Euch gerne Mal vorstellen möchten. Sie dürfen aus Altersgründen oder wegen körperlicher und psychischer Erkrankungen und Defizite hier ihren Lebensabend verbringen. Die Meisten sind fast nicht vermittelbar, da sie zu traumatisiert sind und sich nicht anfassen lassen. Oder so krank, dass sie keiner adoptieren möchte.


Da gibt es den 10 Jahre alten Diabetiker. Er braucht 2x täglich Insulingaben und Diabetesfutter. Das ist hier schwerer zu bekommen und recht teuer. Dann den Galgo, der von einem Fremdverein sechsmal vermittelt wurde. Er hält es in der Wohnung nicht aus und geht sogar vor Panik dann durch Scheiben, wenn er alleine ist. Hier im Rudel ist er glücklich und ein ganz toller Kerl.


Nil, der junge und hübsche Galgo, hat eine erweitere Speiseröhre und muss in einer besonderen Position gefüttert werden, damit alles im Magen landet und nicht in der Ausbeulung der Speiseröhre. Zudem hat er eine Autoimmunerkrankung, die auf die Gelenke geht und ihm manchmal Schmerzen verursacht. Die Rundumbetreuung von Nil ist eine Aufgabe. Bei unserem letzten Besuch war er noch klein, inzwischen ist er zu einem riesigen, wunderschönen Rüden herangewachsen. Nil braucht spezielles Gastrofutter. Das verträgt er zur Zeit. Wir hoffen, dass er noch lange damit klar kommt.

Dann ist da noch Hugo. Er ist zwar gesund, aber traumatisiert und nicht ganz ohne: Er kommt kaum mit anderen Hunden zurecht. Wahrscheinlich hat er als kleiner Welpe schon schlimme Erfahrungen gemacht.


Die Hündin Lola ist noch ein besonderer Fall. Sie ist 9 Jahre alt und war ihr Leben lang bei einer Familie mit Kindern. Sie wurde abgegeben und kam in den Zwinger, zwar mit viel Auslauf, aber für gut versorgte Familienhunde ist das trotzdem seelisch die Hölle. Lola vermisst ihre Menschen sehr. Sie ist zwar anfangs vorsichtig bei Fremden, aber nach dem ersten Gassigang taut sie auf und man hat einen tollen Anfängerhund, der seine Menschen sehr liebt.


Für ihre 9 Jahre ist Lola noch sehr fit - also kein Seniorenhund für gemütliche Runden. Sie möchte sich noch aktiv bewegen und was erleben. Für ältere Menschen, die einen alten, gemütlichen Hund suchen, ist sie daher einfach zu fit. Daher sitzt Lola immer noch im Zwinger alleine und wartet....und wartet. Wer gibt der hübschen, reinrassigen Sabuesohündin (Typ Bracke in Deutschland) eine Chance. Lola ist ziemlich selbstbewusst gegenüber anderen Hunden und sollte als Einzelhund im Haus sein.



Am zweiten Tag unserer Reise sind wir beim befreundeten Verein Progat Deltebre in Ampuriabrava. Er betreut rund 120 Katzen. Durch das persönliche Kennenlernen bekommt man ein viel besseres Gefühl, wie das Tier tickt und welches Zuhause zum jeweiligen Tier passen würde. Wichtig ist das besonders bei Tieren mit Handicap.


In den Käfigen des Tierheims leben recht viele ängstliche Katzen. Sie benötigen ein besonders geduldiges Zuhause. Falls jemand Zeit, Geduld, Verständnis für solche Kandidaten hat. Die Adoption eines solchen Tieres wäre eine ziemlich gute Tat. Hier vor Ort gibt es maximal Adoptionen von Jungtieren. Erwachsene Katzen möchte hier keiner haben. Es laufen auch zu viele überall draußen herum. Wer einer Katze ein Zuhause geben kann oder helfen möchte über eine Patenschaft für einer der Dauergäste oder Patienten. Wir stellen sie gerne in der nächsten Zeit einzeln vor.



Am letzten Tag haben wir den befreundeten Verein Amics dels Animals del Segrià in Lleida (https://amicsdelsanimals.org) besucht. Unsere Tierschutzkollegin Olga Benito hat uns durchs Tierheim geführt und alle Tiere vorgestellt. Zur Zeit sind 50 Hunde und 50 Katzen in der Betreuung. Wir finden, dass hier richtig gute und organisierte Tierschutzarbeit geleistet wird. Das Team ist ehrenamtlich für die Tiere da. Jeder hat seine Aufgaben. Die Beratung und Aufklärung ist sehr tiergerecht und seriös. Soziale und junge Katzen werden nur zu zweit vermittelt. Kein Einzeltier in Wohnungshaltung, wenn die Dosenöffner den ganzen Tag nicht da sind. So manch anderes Tierheim könnte sich hier "eine Scheibe von abschneiden". Viele tolle Hunde und Katzen suchen ein neues Zuhause. Schaut mal auf deren Homepage. Auch werden Paten für besondere Tiere gesucht. Einige werden nie ein Zuhause finden, diese Kosten Geld und das geht nur mit Spenden. Am schlimmsten sind die hohen Tierarztkosten.


Wer den TSV Neuss e.V. unterstützen möchte, damit vor Ort besser geholfen werden kann, wir freuen uns über jede Art der Hilfe. Nicht nur Spenden und Patenschaften helfen, wir suchen dringend erfahrene Hundemenschen, die bereit sind einen Hund in Pflege zu nehmen, bis zur Vermittlung. Meist sind es größere und große Hunde



Kontakt: Info@tsv-neuss.de


Spenden über PayPal:

Info@tsv-neuss.de

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